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La Grande Fete - Voo Superbiker Mettet

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Superbiker Mega-Event Mettet 2010  [» Mettet Pic]

Mettet ist ein idyllisch gelegenes Kleinstädchen im Herzen der französisch sprechenden Region Wallonien. Der durchreisende Tourist wird es vermutlich kurz nach dem Passieren des Ortsausgangsschildes wieder vergessen haben, nicht ahnend, welche große Motorsporttradition hier beheimatet ist. Sollte sein Weg jedoch am zweiten Oktoberwochenende eines Jahres hierher führen, gerät er mitten hinein ins Mekka der Rennsportfreaks, in das große Fest der Supermoto-Welt.

Das „VOO Superbiker" veranstaltet vom rührigen Motorsportclub RUMESM (Royal Union Entre Sambre et Meuse) ist der Grund, warum regelmäßig zehntausende Fans hierher pilgern.

Alles was in der Supermoto-Welt Rang und Namen hat, oder noch erlangen will, geht an diesem Wochenende an den Start. Großmeister der Disziplin wie die Gebrüder Chambon, Eddy Seel, Adrien Chareyre, Gerald Delepine, Mauno Hermunen, Jürgen Künzel, Ivan Lazzarini, um nur eine Auswahl zu nennen, lassen sich von einer riesigen Meute junger Wilder herausfordern, fast 300 an der Zahl, die sich in Ausscheidungsrennen für den Kampf gegen die Giganten qualifizieren müssen.superbiker-mettet-2010-140
Einer der deutschen Top-Fahrer, Bernd Hiemer mußte leider verletzungsbedingt verzichten. Angereichert wird das hochkarätige Starterfeld durch Größen anderer Off-Road Sparten, Ausnahmekönner wie beispielsweise Mickael Pichon, Joshua Coppins, Yves Demaria Ken De Dycker, Max Nagl oder den „Godfather" der Freestyler, Mike Metzger.

Als Salz in der Suppe dürfen dann noch mutige Kollegen aus der Straßenrennsport-Szene unter Beweis stellen, daß sie auch jenseits vom Asphalt und auf ungewohntem Untersatz keine Gegner fürchten. Troy Corser, Cal Crutchlow, Leon Haslam fehlten leider trotz Zusagen, die Kohlen für die Asphaltcowboys mußten dieses Jahr Gino Rea, Broc Parkes und Xavier Simeon aus dem Feuer holen.

Erstmalig fand die Veranstaltung dieses Jahr auf dem Areal des brandneuen „Circuit Jules Tacheny" statt, der erst in diesem Frühjahr eingeweihten, dritten permanenten Rennstrecke Belgiens neben Spa-Francorchamps und Zolder. Für den Supermoto-Kurs bediente man sich einiger schneller Asphaltpassagen der Rennstrecke, in die man 4 Off-Road Sektionen mit den entsprechenden Sprüngen einbaute. Überwiegend positiv wurde das Layout von den Piloten aufgenommen. Die schnellen Asphaltpassagen, für manchen Crosser mitunter schon zu schnell, reichten Vollgas-Tieren wie Rea , Parkes und Co kaum, ihren gewohnten Rythmus zu finden, gerade richtig in Schwung, mußte man sich wieder auf die nächste Schottersektion vorbereiten. Und für Ami Mike Metzger gab's überhaupt zu wenig „Airtime", sein Element ist ja eher der Lufkampf.

Der Umzug auf die neue Strecke hat in jedem Fall ein Sicherheitsplus für die Fahrer gebracht, die früher auf der abgesperrten Nationalstraße stellenweise zentimeterknapp an Bruchsteinmauern vorbei drifteten. Die Zuschauer bekamen mehr Tribünenplätze und konnten praktisch das ganze Geschehen überblicken, „Detailinteressierte" waren aber wie gehabt mit der Nase dabei.

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Geblieben ist das alljährlich prallgefüllte Rahmenprogramm. In diesem Jahr war es wieder der Schweitzer Freestyle Weltmeister Matt Rebeaud mit den Red Bull Jams, die, angefeuert von einer Truppe Cheerleadern, mit ihren irrwitzigen Sprüngen vor der Haupttribüne den Atem der Fans stocken ließen. Dann ließ zum großen Vergnügen aller das deutsche Rallye-As Hermann Gassner Jr. einen 800 PS V8 Nascar Toyota mit durchdrehenden Rädern über Start- und Ziel fliegen.

superbiker-mettet-2010-077Wie sich für ein echtes Volksfest gehört gibt's natürlich einen Rummel mit Riesenrad und zahlreiche Getränke-, Pommes- und Waffelbuden, immer in Reichweite. Beim Schlange stehen womöglich einen weltmeisterlichen Backflip, packende Kämpfe in den ebenfalls international stark besetzten Quad-Rennen oder andere Attraktionen zu verpassen, wäre doch unwürdig.
Hauptsponsor VOO, ein TV-, Internet- und Telefonprovider, überträgt live im nationalen TV. Schließlich ist es Belgiens größte Motorradsport-Veranstaltung. Rund 30.000 Zuschauer wollten sich dieses Mal die 28 Rennen nicht entgehen lassen. Auch die Piloten freuen sich jedes Jahr auf den Auftritt vor großer Kulisse.

 

Eine Ehre, bei diesem renomierten Event dabei sein zu dürfen, war es auch für Gino Rea. Der britische Heißsporn, hauptberuflich in der Supersport WM mit Titelambitionen unterwegs, hat großen Spaß. „Bis 2006 bin ich auch Supermoto Rennen gefahren. Ich habe zwar hier nur eine Standard-KTM zur Verfügung, von der wir heute Morgen Scheinwerfer und Blinker abmontiert haben. Da wird es natürlich schwer gegen die Cracks mit den Werksrennern. 

superbiker-mettet-2010-045Im Training lief es aber schon ganz gut und im Rennen ein Podestplatz wäre cool." Dementsprechend ließ er es krachen, hatte innerhalb kurzer Zeit sein komplettes Material verheizt und stand für die Finalläufe ohne Bike da. Der Aufruf des Streckensprechers, ob nicht jemand einen fahrbaren Untersatz für Rea hätte, bringt die Rettung. Der belgische Nachwuchs Pilot Andrew Leloup stellt dem Briten seine 450er Honda zur Verfügung, die Rea nach hartem Kampf gegen die Neuseeländer Atkins und Coppins auf den fünften Rang prügelte. Respekt!

Einer Überflügelte an diese Wochenende alle: Sumo-IDM-Champ Mauno Hermunen, der fliegende Finne, hatte sich an diesem Wochenende in eine eigene Umlaufbahn geschossen, war immer locker der Schnellste und wurde nur in einem Rennen durch Defekt gebremst. Er triumphierte auch am Sonntagnachmittag im großen Finale, dem traditionellen Showdown, in dem die besten aller Kategorien aufeinander treffen. Die Top-Drei komplettierten der 3-fache Supermoto-Weltmeister Adrien Chareyre und Vorjahressieger Ivan Lazzarini.

Das Superbiker in Mettet ist wohl das beste Supermoto-Rennen der Welt, nicht nur in den Augen des Siegers, sondern auch die Meinung vieler Konkurrenten. Im vorigen Jahr zogen einige Top-Fahrer den Start in Mettet der am selben Wochenende stattfindenden offiziellen Team WM in Bulgarien vor!

Auch 2011 wird es wieder voll in Mettet. Dann ist nämlich Jubiläum. Und man darf besonders gespannt sein, welche Attraktionen sich die Veranstalter für die 25. Ausgabe des Superbiker einfallen lassen. Großes Kino ist jedenfalls garantiert.

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